Skythai

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Skythai

Der Titan Prometheus, wilder Sproß jener ältesten, von Erde und Himmel selbst hervorgebrachten Göttergemeinde, Sohn des Westherrschers Iapetos und der morgentlichen Asia, einer Okeanide, somit Feuervogel und Quellstein zugleich, ausgestattet noch mit der nicht minder frühen, gar noch ewigen Gabe des Witterns, des Ahnens und Schwanens, des Durchschauens von Himmel und Erde zu einem Universum, der Titan, Lichträuber und Menschenmacher, Prometheus, verschrieen einst als Spion dann als Schänder des Olymps, wohl wahr, er ward auf Befehl des Zeus über der fernsten, tiefsten, über der dunkelsten Schlucht der kaukasischen Felsmassive angeschmiedet. Auf daß ihm ein goldener Greif seine Unsterblichkeit lang an der Leber, dem Sitz des Lebens fräße.

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Schon die Skythen und mit ihnen dann die Sarmaten, nicht weniger wild, nur eben südwestlichster Zug jenes uralten, von Lichträubern und Menschenmachern noch selbst hervorgebrachten Heldengeschlechts, Reiternomaden aus den endlosen Tundren des sibirischen Orients, eingedrungen durch die Riphäischen Hügelwaldungen, versierte Züchter und besessene Schürfer, auch die nunmehrigen, schon seßhaften Bewohner, auch noch in den transkaukasischen Ebenen von Kolchis, an deren Küste erzählten sie vom goldenen Greif. Noch immer streifend im Geiste, schweifend, heimisch wieder nur in Ställen und Minen, wieder Wanderer suchten, fürchteten sie vor allem an Flüssen und Verwerfungen dies ungeheuerliche Tier. Sein schimmerndes Gefieder verriet, ein blutroter Schnabel und nachtschwarze Krallen beschützten die Stätten der auch von Fremden so heiß begehrten Metalle. Sie marschierten, sie schlichen. Immer kämpften sie.

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Äußersten Sphärenbrand, Blitze oder Sternenglast hat Prometheus nie gestohlen. Lohendes Erz, flimmernde Glut, Tropfen, Rinnsale, gar Bäche von irdenem, von innerem Feuer, Gold und Silber, Bronze, Blei, Zinn, Messing und Eisen waren es, an welchen er die Schläfen seiner Geschöpfe entzündete.

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Herakles, blind vor Leben und Liebe, blind vor Wut und Wahn, Sproß der jüngsten Göttergemeinde, er wird einst auf seiner ganz eigenen Fahrt jenen goldenen Greif erjagen und Prometheus von Fels und Kette entbinden. Herakles, einsamster Sohn des neuen Heldengeschlechts, er wird mit einem Schlangenweibe, Lichtmacherin und Menschenräuberin, den letzten König der Skythen zeugen. Deren letztes Reich begründen. Den Argonautenzug hat Herakles dann längst vergessen.

 

 

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Über Nyhilissimus

im Range eines NichtsNutzNießers Gründungsmitglied des Kommitées zur neuen Couch gegen den homo abfall Standort: Milchstraße/Zentrum
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